Teamsupervision? Oder Teambuilding, Teamcoaching oder Teamentwicklung??

Die moderne Arbeitswelt stellt mehr als zuvor das Team in den Mittelpunkt. Läuft es im Betrieb nicht gut, lohnt sich ein Blick auf die Teamdynamiken. Oftmals lassen sich durch strukturierte Interventionen Teamdynamiken verbessern, die Resilienz im Team erhöhen und die Effektivität verbessern. Zu den Interventionen zählen neben der Teamsupervision, die Teamentwicklung, das Teamcoaching und Teambuilding. Allerdings werden diese Interventionsformen oft synonym verwendet, obwohl sie unterschiedliche Ziele, Methoden und zeitliche Rahmen umfassen.

Die jeweiligen Interventionsformen beziehen sich auf sehr wohl komplementäre, jedoch distinkte Ansätze, um die Zusammenarbeit zu verbessern. Teamsupervision zielt stärker ab auf die Reflexion bestehender Strukturen abzielt, während Teamentwicklung dazu dient, den natürlichen Reifungsprozess von Teams zu begleiten. Teamcoaching wird oftmals kurzfristig eingesetzt, um konkrete Leistungen zu steigern. Und Teambuilding kommt dann zum Einsatz, wenn man die zwischenmenschliche Kohäsion in der Gruppe durch Aktivitäten fördert.

Folgende Charakteristika, Anwendungsbereiche und Abgrenzungen lassen sich unterscheiden.

1. Teamsupervision

Professionelle Teamsupervision ermöglicht die Reflexion und Optimierung der Zusammenarbeit im Team und im Unternehmen, um Konflikte zu lösen, die Kommunikation zu verbessern und die Effektivität zu steigern. Zentral ist dabei, über reine Effizienzsteigerung hinauszugehen und direkt Sinnfragen im Arbeitskontext und damit den Unternehmenszweck (purpose) zu adressieren. Teamsupervision ist damit langfristig angelegt. Ziel ist das Teamwork als Team zu reflektieren und zu analysieren. Ist der Rahmen durch die Sinnfrage im Arbeitskontext gesetzt, liegt im Weiteren der Fokus auf den zwischenmenschlichen Dynamiken, konkreten Arbeitsprozessen und gemeinsamen Herausforderungen.

2. Teambuilding

Sollen neue Teams gebildet oder der Teamgeist einer bestehenden Gruppe gestärkt werden, können durch Workshop- oder Outdoor-Events ein Weg in ein vertrauensvolles und sicheres Miteinander gebahnt werden. Vertrauen, Kommunikation und Zusammenarbeit außerhalb des gewohnten Arbeitskontexts erlaubt es, dass man sich noch einmal neu und anders kennenlernt. Sympathien werden aufgebaut, Antipathien werden abgebaut. Hier ist die Zeitperspektive eher kurzfristig. Spaß, Spiel und Geselligkeit sind hier das Schmiermittel.

3. Teamcoaching

Hier geht es meist um spezifische Probleme und Konflikte. In einem Teil geht es auch um die Selbsthilfefähigkeit der Gruppe. Der Coach oder Supervisor unterstützt das Team vor allem Moderator, er wird als externer hinzugerufen, weil das Team für sich ein Problem erkannt und bearbeiten will. Ist das Ziel erreicht, ist der Prozess abgeschlossen. Das Ziel ist meist sehr konkret und handlungsorientiert oder weniger an Grundsatzfragen orientiert. Die Teams können größer und auch kleiner sein.

4. Teamentwicklung:

Sie setzt bestehende Teamstrukturen- und prozesse als gegeben voraus. In einer Entwicklung soll diese verändert und mittel- und langfristig verbessert werden, um im besten Fall die Leistungsfähigkeit des Teams zu steigern. Hier kommen die Teamphasen von Tuckman zum Tragen: forming, storming, norming, performing. Oftmals wird hier zunächst der Teamleiter aktiv. Oder die Unternehmensleitung. Es geht hier auch nicht um punktuelle Maßnahmen, auch wenn diese oft mit einschließt.

Zusammenfassend die Unterschiede so darstellen:

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